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Mediterraner Garten auf Mallorca

Ein mediterraner Garten ist kein Stil. Er ist eine Art, einen Ort zu lesen.

Mediterrane Bepflanzung in Driften unter alten Bäumen auf Mallorca

Der Begriff wird großzügig verwendet. Ein Garten mit Terrakottatöpfen und einer Lavendelhecke ist noch kein mediterraner Garten — er ist die mitteleuropäische Vorstellung davon. Ein echter mediterraner Garten auf Mallorca ist um das hiesige Klima, den hiesigen Boden und die hiesige Flora herum gebaut, und um die konkreten Bedingungen des Grundstücks, auf dem er steht.

Wir legen solche Gärten seit 2008 an. Unser Ansatz ist von der naturalistischen Pflanzenbewegung geprägt — Piet Oudolf, Tom Stuart-Smith, die niederländische Schule — übertragen auf die Bedingungen dieser Insel.

Was einen mediterranen Garten ausmacht

Trockenheitsverträglichkeit als Entwurfsprinzip. Jede Pflanze im Konzept übersteht eingewachsen einen mallorquinischen Sommer. Das ist keine Einschränkung — es bestimmt die Palette und gibt dem Garten seinen Charakter.

Naturalistischer Aufbau. Pflanzen stehen in Driften und Gemeinschaften, wie sie in der Natur wachsen. Höhere Strukturpflanzen wachsen aus niedrigerem Bodendecker heraus, und das Interesse bewegt sich durch das Jahr, statt in einem einzigen Moment zu kulminieren.

Heimische Arten als Rückgrat. Cistus, Rosmarin, Mastixstrauch, wilder Thymian, Wolfsmilch und die Ziergräser prägen diese Landschaft. Wir setzen sie als Struktur ein, nicht als Verbeugung vor dem Lokalkolorit.

Große Gartenanlage in Santanyí mit Infinity-Pool, geschnittenem Rosmarin und Blick über die Olivenhaine

Hartlandschaft in lokalen Materialien. Marès-Stein, Kalkstein, natürlicher Kies in mallorquinischen Farbtönen. Materialien, die hierher gehören und unter dieser Sonne besser werden.

Ein durchlässiger Rand. Gerade auf dem Land sollte die Grenze zwischen Garten und Landschaft ein Übergang sein und keine Linie — von gestalteter Bepflanzung über gepflegte Vegetation ins offene Gelände.

Mediterraner Garten auf Mallorca: blühende Ziergräser, Wacholder und Kies statt Rasen

Der naturalistische Ansatz

Statt einen Garten als feststehende Komposition zu entwerfen, die in diesem Zustand gehalten werden muss, entwerfen wir einen, der sich entwickelt: der sich aussät, der Zufälle zulässt, der auf die Jahreszeiten antwortet, wie es ein konventionelles Schema nicht kann.

Auf Mallorca hat das besonderes Gewicht. Die wilde Garrigue der Insel — das Cistus-Gestrüpp, die Rosmarinhügel, die Grasflächen des Südens — ist bereits eine naturalistische Komposition von bemerkenswerter Schönheit. Ein guter mediterraner Garten schöpft daraus und verfeinert sie, statt sie durch etwas Fremdes zu ersetzen.

Wir arbeiten mit Stipa tenuissima für Bewegung und Licht, Perovskia atriplicifolia für späte Farbe, Gaura lindheimeri für Leichtigkeit und den Salbeiarten für Struktur und Insekten — neben den heimischen Cistus, Rosmarin und Lavendel.

Ein Garten, der reift statt zu altern

Alles andere an einem Haus beginnt zu altern, sobald es fertig ist. Ein Garten dieser Art tut das Gegenteil. Die Olivenbäume werden stärker, die Mauern bekommen Patina, die Bepflanzung schließt sich, bis sie aussieht, als sei sie immer dagewesen.

Das macht ihn zu einem Teil des Anwesens und nicht zu einem Posten dagegen — und deshalb entwerfen wir auf Dauer und nicht für ein Foto in der ersten Saison.

Für unterschiedliche Grundstücke

Villengärten. Der mediterrane Ansatz passt besonders gut zu einem Haus, das nur einen Teil des Jahres genutzt wird. Eine naturalistische Bepflanzung mit intelligenter Bewässerung trägt sich durch den Sommer ohne tägliche Zuwendung.

Fincagärten. Die ländliche Lage verlangt ihn. Ein Garten, der die Rosmarinhügel, die Olivenhaine und die Garrigue ringsum ignoriert, wird immer importiert aussehen. Einer, der daraus schöpft, wirkt unausweichlich.

Küstengrundstücke. In Meeresnähe fällt ein großer Teil der üblichen Gartenpflanzen durch das Salz aus. Cistus, Mastix, Rosmarin und die Ziergräser vertragen die Lage gut.

Mandelschalen statt Rindenmulch

Über den Tropfleitungen liegt bei uns kein importierter Rindenmulch, sondern Mandelschalen — ein Nebenprodukt der mallorquinischen Landwirtschaft, das hier in jeder Saison in großen Mengen anfällt.

Die Schicht hält die Feuchtigkeit im Boden, statt sie an die Nachmittagssonne zu verlieren — dieselbe Wassermenge reicht damit deutlich weiter. Sie hält den Boden kühler, was den Wurzeln im August zugutekommt. Und sie unterdrückt Beikräuter, die sonst um genau dieses Wasser konkurrieren.

Entscheidend ist dabei etwas, das viele Abdeckungen nicht leisten: Mandelschalen lassen den Boden atmen. Ihre grobe, offene Struktur lässt Luft und Wasser durch, statt zu verdichten. Eine gepresste Mulchdecke oder gar eine Folie darunter erstickt den Boden — die Wurzeln bekommen keinen Sauerstoff, und was als Schutz gedacht war, wird zum Problem. Ein natürliches Material, das Feuchtigkeit hält und trotzdem durchlässig bleibt, gibt es nicht oft.

Und schließlich der Punkt, den man nicht erwartet: Mandelschalen lassen die Bepflanzung besser aussehen. Ihr warmer, neutraler Ton wirkt wie das Passepartout eines Bildes — das Silbergrau des Rosmarins, das Malvenblau der Perovskia, das Rosa der Gräser treten davor deutlich hervor. Auf nacktem Boden oder dunklem Rindenmulch verlieren dieselben Farben an Kraft.

Dazu kommt, dass das Material hierher gehört: Farbe und Körnung fügen sich in eine mallorquinische Landschaft, wie es importierte Rinde aus Mitteleuropa nie tut.

Mehr zu unserer Arbeit

Einen Überblick finden Sie unter Gartengestaltung auf Mallorca, die Technik unter Bewässerung und die wasserarme Variante unter trockenheitsverträglicher Garten.

Ein Gespräch auf Ihrem Grundstück

Jeder mediterrane Garten beginnt damit, den konkreten Ort zu verstehen — Ausrichtung, Boden, Bestand, Bezug zur umgebenden Landschaft. Wir würden Ihren gern sehen.

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