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Trockenheitsverträgliche Gärten für Mallorca — ohne Rasen
Mallorcas Wasserreserven sind im Juli 2026 auf 39 % gefallen. Drei Gebiete der Insel — darunter Migjorn und Manacor-Felanitx, also der gesamte Südosten — stehen in der Alarmstufe. Erste Gemeinden verbieten bereits, Gärten mit Trinkwasser aus dem Netz zu bewässern.

Das ist keine vorübergehende Lage. Die Reserven sinken seit Jahren, und die Sommer werden nicht kürzer. Wer heute einen Garten auf Mallorca anlegt, trifft eine Entscheidung für die nächsten zwanzig Jahre — und ein Garten, der nur mit täglichem Wasser überlebt, ist in dieser Rechnung der falsche Garten.
Wir planen und bauen seit 2008 von Santanyí aus, mitten in der Region mit dem höchsten Trockenheitsgrad Mallorcas. Wir kennen dieses Problem nicht aus Berichten, sondern aus jedem Projekt, das wir hier gebaut haben.
Ohne Rasen. Und das ist keine Einschränkung.
Eine klassische Rasenfläche verbraucht auf Mallorca meist mehr Wasser als der gesamte übrige Garten zusammen. Sie ist eine mitteleuropäische Oberfläche, die fünf Monate ohne Regen künstlich am Leben gehalten wird — und sie ist der erste Punkt, an dem wir ansetzen.
Der häufigste Einwand lautet: Dann bleibt doch nur Kies. Das Gegenteil ist der Fall. Was an die Stelle des Rasens tritt, ist in aller Regel mehr Garten und nicht weniger: eine naturalistische Bepflanzung aus Sträuchern, Stauden und Gräsern, die sich durch das Jahr bewegt, die duftet, die blüht, in der Insekten und Vögel leben. Eine Rasenfläche ist optisch eine leere Fläche. Eine gut geplante Trockenbepflanzung ist ein Bild.

Und wenn eine begehbare grüne Fläche wirklich gebraucht wird — für Kinder, für einen Sitzplatz —, dann behalten wir sie. Klein, und genau dort, wo sie genutzt wird. Die Frage ist nicht, ob Rasen erlaubt ist, sondern welcher.
Wir empfehlen dafür Grama (Cynodon dactylon, im Deutschen als Bermudagras oder Hundszahngras bekannt), ein mediterranes Rasengras, das sich in Trockenheit anders verhält als die üblichen mitteleuropäischen Mischungen. Bleibt das Wasser über längere Zeit aus, geht es in Ruhe über: Die Fläche wird braun und sieht aus, als sei sie verloren. Sie ist es nicht. Mit dem ersten Wasser — oder dem ersten Regen — ergrünt sie wieder.
Das ist der entscheidende Unterschied. Ein herkömmlicher Rasen stirbt in einem mallorquinischen August, wenn die Bewässerung ausfällt oder die Gemeinde sie untersagt. Grama wartet. Für ein Haus, das nur einen Teil des Jahres genutzt wird, ist genau das die Eigenschaft, auf die es ankommt.

Pflanzen, die den mallorquinischen Sommer aushalten
Eingewachsen kommen die folgenden Pflanzen ohne oder mit sehr geringer Zusatzbewässerung durch den Sommer — nicht weil sie leiden, sondern weil sie genau dafür gebaut sind. Viele davon wachsen in der Garrigue rund um Ihr Grundstück ohnehin.
Struktur und Gerüst: Pistacia lentiscus (Mastixstrauch), Olea europaea, Ceratonia siliqua (Johannisbrot), Juniperus phoenicea, Myrtus communis, Arbutus unedo, Chamaerops humilis — die einzige auf Mallorca heimische Palme.
Blühende Sträucher: Cistus albidus und Cistus monspeliensis, Rosmarinus officinalis, Lavandula dentata, Teucrium fruticans, Phlomis purpurea, Euphorbia characias, Nerium oleander.
Gräser für Bewegung und Licht: Stipa tenuissima, Stipa gigantea, Lygeum spartum und Ampelodesmos mauritanicus — das mallorquinische Cárritx, das die Landschaft dieser Insel prägt.
Stauden und Halbsträucher: Salvia rosmarinifolia, Perovskia atriplicifolia, Gaura lindheimeri, Santolina chamaecyparissus, Helichrysum italicum, Thymus, Origanum, Artemisia.
Zwiebeln für Frühjahr und Herbst: Narcissus, Iris unguicularis, Drimia maritima — sie bringen Leben in Jahreszeiten, in denen ein Rasen nichts zu bieten hat.
Zwei Pflanzen, die oft wegen ihrer Robustheit empfohlen werden — Carpobrotus und Opuntia — verwenden wir nicht. Beide sind auf den Balearen invasiv.
Die zweite Hälfte: eine Bewässerung, die jede Pflanze einzeln versorgt
Die richtige Bepflanzung allein reicht nicht. Sie ist die eine Hälfte — die andere ist eine Bewässerungsanlage, die genau dosiert, was jede einzelne Pflanze braucht.
Druckkompensierende Tropfer. Auf einem Hanggrundstück liefert ein einfacher Tropfer unten deutlich mehr Wasser als oben, weil der Druck steigt. Druckkompensierende Tropfer geben unabhängig von Druck und Höhenlage exakt dieselbe Menge ab.
Dosierung pro Pflanze. Tropfer gibt es in verschiedenen Durchflussmengen — üblicherweise 2, 4 oder 8 Liter pro Stunde. Ein junger Johannisbrotbaum braucht etwas anderes als ein Cistus. Wir legen für jede Pflanze Anzahl und Größe der Tropfer fest.
Hydrozonierung. Die Kreise werden nach Wasserbedarf getrennt, nicht nach Lage im Garten. Ohne diese Trennung richtet sich die Laufzeit immer nach der durstigsten Pflanze im Kreis.
Filter, Druckregelung und Sensorik. Mallorcas Wasser ist kalkhaltig. Ohne ordentliche Filterung setzen sich die Tropfer zu — der häufigste Grund, warum bestehende Anlagen nach wenigen Jahren nicht mehr funktionieren. Bodenfeuchte- und Durchflusssensoren melden, wenn etwas nicht stimmt.
Und der praktische Punkt, auf den es ankommt: Solange Ihr Nachbar nicht bewässern darf, funktioniert dieser Garten weiter.
Was das kostet und was es spart
Ein trockenheitsverträglicher Garten ist in der Anlage nicht teurer als ein konventioneller — Bodenvorbereitung und Mulch kosten etwas mehr, Rasen und die zugehörige Bewässerungstechnik entfallen dafür.
Der Unterschied zeigt sich im Unterhalt: erheblich weniger Wasser, kein wöchentliches Mähen, weniger Ersatzpflanzungen. Über zehn Jahre gerechnet ist das der günstigere Garten — und der einzige, der von künftigen Einschränkungen unberührt bleibt.
Mehr zu unserer Arbeit
Einen Überblick über unsere gesamte Arbeit finden Sie unter Gartengestaltung auf Mallorca. Für Finca-Grundstücke lesen Sie unsere Gartenplanung für Fincas, und für Projekte im Südosten unsere Seite zu Santanyí — der Region mit dem höchsten Trockenheitsgrad der Insel.
Mandelschalen statt Rindenmulch
Über den Tropfleitungen liegt bei uns kein importierter Rindenmulch, sondern Mandelschalen — ein Nebenprodukt der mallorquinischen Landwirtschaft, das hier in jeder Saison in großen Mengen anfällt.
Die Schicht hält die Feuchtigkeit im Boden, statt sie an die Nachmittagssonne zu verlieren — dieselbe Wassermenge reicht damit deutlich weiter. Sie hält den Boden kühler, was den Wurzeln im August zugutekommt. Und sie unterdrückt Beikräuter, die sonst um genau dieses Wasser konkurrieren.
Entscheidend ist dabei etwas, das viele Abdeckungen nicht leisten: Mandelschalen lassen den Boden atmen. Ihre grobe, offene Struktur lässt Luft und Wasser durch, statt zu verdichten. Eine gepresste Mulchdecke oder gar eine Folie darunter erstickt den Boden — die Wurzeln bekommen keinen Sauerstoff, und was als Schutz gedacht war, wird zum Problem. Ein natürliches Material, das Feuchtigkeit hält und trotzdem durchlässig bleibt, gibt es nicht oft.
Und schließlich der Punkt, den man nicht erwartet: Mandelschalen lassen die Bepflanzung besser aussehen. Ihr warmer, neutraler Ton wirkt wie das Passepartout eines Bildes — das Silbergrau des Rosmarins, das Malvenblau der Perovskia, das Rosa der Gräser treten davor deutlich hervor. Auf nacktem Boden oder dunklem Rindenmulch verlieren dieselben Farben an Kraft.
Dazu kommt, dass das Material hierher gehört: Farbe und Körnung fügen sich in eine mallorquinische Landschaft, wie es importierte Rinde aus Mitteleuropa nie tut.
So sieht das in der Praxis aus
Der Fincagarten El Cielo zeigt, wie weit man mit Ziergräsern und Stauden statt Rasen kommt. Der Fincagarten Romero ist um trockenheitsverträgliche Duftpflanzen herum aufgebaut. Und der Garten in Ses Salines zeigt eine reduzierte Rasenfläche genau dort, wo sie genutzt wird.
Wege, Stufen und Mauern bilden das Gerüst, an dem sich die Bepflanzung ausrichtet. Womit wir bauen und warum ein Gartenweg in der Regel keine Baugenehmigung braucht, steht unter Mallorquiner Naturstein im Garten.
Wie es auf Mallorca tatsächlich um das Wasser steht — Reserven, Alarmstufen und was die Gemeinden bereits untersagen — haben wir mit Zahlen und Datum unter Wasser im Garten auf Mallorca zusammengestellt.
Wir arbeiten auf der ganzen Insel. Zu einzelnen Regionen: Santanyí, Andratx und Port d’Andratx, Alaró und Artà.
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