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Wasser im Garten auf Mallorca

Wer auf Mallorca ein Haus mit Garten besitzt, hört das Thema seit Jahren. Meist als Schlagzeile im August, selten mit Zahlen, fast nie mit einer brauchbaren Antwort auf die eigentliche Frage: Was heißt das für meinen Garten — und was soll ich jetzt tun?

Diese Seite versucht beides. Erst die Lage, so nüchtern wie möglich und mit Datum versehen. Dann das, was in der Praxis wirklich etwas ändert.

Wie es tatsächlich um das Wasser steht

Stand Juli 2026, nach den Daten der Wasserbehörde der Balearen:

  • Die Reserven der Balearen liegen bei 39 Prozentsechs Punkte weniger als einen Monat zuvor.
  • Mallorca allein: ebenfalls 39 Prozent. Menorca 34, Ibiza 42.
  • 31,6 Prozent des Gebiets stehen auf Alarmstufe. Betroffen sind die Einheiten es Pla, Manacor-Felanitx und Migjorn.
  • Die stärksten Rückgänge des Monats: Manacor-Felanitx und Ibiza.

Für den Südosten ist das keine abstrakte Statistik. Migjorn umfasst Santanyí, Ses Salines und Campos. Manacor-Felanitx deckt Felanitx, Portocolom und Cala Murada ab. Beide sind im Juli in die Alarmstufe gerutscht. Das ist die Gegend, in der wir seit 2008 arbeiten und in der die meisten unserer Gärten stehen.

Die jeweils aktuellen Werte veröffentlicht die Behörde monatlich im Wasserportal der Balearen.

Was «Alarmstufe» bedeutet — und warum sie bleibt

Die Insel ist in sieben Bedarfseinheiten geteilt, jede mit eigenem Grundwasserkörper und eigenem Index: Normalzustand, Voralarm, Alarm, Notstand. Danach richten sich die Maßnahmen der Gemeinden.

Entscheidend ist ein Detail, das kaum jemand kennt: Die Rückstufung ist absichtlich träge. Aus der Alarmstufe kommt eine Einheit erst nach mindestens sechzig Tagen mit besseren Werten heraus, aus dem Voralarm erst nach drei Monaten im Normalbereich. Ein regnerischer Oktober hebt die Einstufung also nicht auf. Wer heute plant, sollte damit rechnen, dass die Lage die nächsten Jahre begleitet — nicht die nächsten Wochen.

Was bereits verboten ist

Ein inselweites Verbot gibt es nicht. Die Beschränkungen sind kommunal und hängen an der Einstufung der jeweiligen Versorgungseinheit — was die eine Gemeinde untersagt, ist in der Nachbargemeinde erlaubt.

Esporles ist das deutlichste Beispiel: Die Gemeindeverordnung untersagt seit Juli 2026, Pools mit Trinkwasser aus dem Netz zu füllen oder nachzufüllen und Gärten mit Netzwasser zu bewässern. Ausdrücklich erlaubt bleibt aufbereitetes Wasser. Sóller und Deià haben in den vergangenen Jahren wiederholt vergleichbare Maßnahmen erlassen, in Deià zeitweise bis zur Abschaltung der Versorgung an mehreren Tagen pro Woche.

Verstöße können nach der jeweiligen Gemeindeverordnung geahndet werden. Wichtiger als das Bußgeld ist aber die Richtung: Diese Verordnungen verschwinden nicht wieder. Sie werden zum Normalfall.

Was daraus für einen Garten folgt

Die falsche Reaktion ist Verzicht. Ein Garten, der aus Angst vor dem Wasser gar nicht erst angelegt wird, kostet Sie den Wert, den er dem Haus hinzufügt — und er wird trotzdem nicht zu Kies.

Die richtige Reaktion ist eine Planungsentscheidung. Ein Garten, der wenig Wasser braucht, ist kein reduzierter Garten. Er ist ein anderer Garten. Er sieht nicht aus wie ein englischer Rasen mit Trockenschaden, sondern nach dem, was hier von selbst wächst — und er sieht im August besser aus als der bewässerte Garten nebenan, weil er nicht gegen das Klima arbeitet.

Mediterraner Garten auf Mallorca mit blühenden Ziergräsern, Wacholder und Kies statt Rasen

Was tatsächlich hilft

1. Die Pflanzenwahl entscheidet mehr als die Technik. Rosmarin, Zistrose, Perovskia, Wacholder, Ziergräser, Tulbaghia — Arten, die den mallorquinischen Sommer als Normalzustand kennen und nicht als Ausnahme. Sie brauchen im dritten Jahr fast nichts mehr. Alles andere lässt sich mit Technik nur abfedern, nicht lösen.

2. Rasen: klein und begründet. Wenn eine Rasenfläche gewünscht ist, empfehlen wir Bermudagras (Cynodon dactylon, auf Mallorca «grama»). Bei längerer Trockenheit geht es in Ruhe, wird braun — stirbt aber nicht — und treibt nach dem ersten Wasser wieder grün aus. Entscheidend ist die Fläche: so groß wie die Kinder sie brauchen, nicht so groß wie das Grundstück es erlaubt.

3. Mulch. Offener Boden verliert Wasser an die Luft, bevor die Wurzel es sieht. Wir decken mit Mandelschalen ab: ein regionales Nebenprodukt, das die Feuchte hält, den Boden atmen lässt statt ihn zu verdichten, und die Farben der Bepflanzung hervortreten lässt.

4. Tropfbewässerung mit Hydrozonen. Kein Sprinkler über Beeten. Jeder Tropfer sitzt an der Pflanze, der er dient, und Pflanzen mit ähnlichem Bedarf liegen im selben Kreis. Ein Kreis, der Olive und Hortensie gemeinsam versorgt, ertränkt die eine und verdurstet die andere.

Frisch bepflanzter Garten auf Mallorca mit Tropfschläuchen entlang jeder Pflanzgruppe

5. Eine Steuerung, die das Wetter liest. Wir arbeiten mit Hunter Hydrawise: Die Anlage zieht die Daten der nächsten Wetterstationen, rechnet die tatsächliche Verdunstung und lässt den Durchgang nach einem Regen aus. Und sie erkennt an der Durchflussmenge einen Rohrbruch — was bei einem Haus, das monatelang leer steht, den Unterschied zwischen einem Tropfer und einer leeren Zisterne ausmacht.

6. Zisterne und aufbereitetes Wasser. Wo eine Gemeinde die Bewässerung mit Netzwasser untersagt, bleibt aufbereitetes Wasser in der Regel zulässig. Ein Speicher unter der Terrasse ist beim Neubau eine kleine Position — und in fünf Jahren möglicherweise die Bedingung dafür, dass der Garten überhaupt bewässert werden darf.

Was nicht hilft

Kies statt Pflanzen. Eine reine Schotterfläche spart Wasser und kostet alles andere: Sie heizt sich auf, strahlt die Wärme abends ins Haus zurück, und sie sieht in keinem Monat des Jahres gut aus. Wassersparen heißt nicht, die Bepflanzung wegzulassen — es heißt, die richtige zu wählen.

Häufiges kurzes Gießen. Wer täglich zehn Minuten wässert, hält die Feuchte in den obersten Zentimetern und erzieht die Pflanze zu flachen Wurzeln. Seltener und länger wässern treibt die Wurzel nach unten, wo der Boden auch im August noch Feuchte hält.

Bewässern am Mittag. Ein erheblicher Teil verdunstet, bevor er ankommt. Die Anlage läuft in den frühen Morgenstunden.

Und wenn der Garten schon steht

Die meisten Gärten, die wir prüfen, verbrauchen nicht deshalb zu viel, weil zu wenig Technik verbaut wurde, sondern weil niemand die Anlage je an den Garten angepasst hat: ein Programm für alle Kreise, Tropfer, die neben der gewachsenen Pflanze liegen, ein Ventil, das seit zwei Jahren nicht mehr schließt.

Trockenheitsverträglicher Garten auf Mallorca mit Gräsern, Zypressen und Kiesflächen im Abendlicht

Wir sehen uns bestehende Anlagen an und sagen Ihnen, was sich mit vertretbarem Aufwand ändern lässt und was ersetzt gehört. Häufig liegt die größte Ersparnis nicht in neuer Technik, sondern darin, drei Beete anders zu bepflanzen und die Kreise neu zu verteilen.

Mehr dazu

Wie ein solcher Garten konkret aussieht, steht unter trockenheitsverträglicher Garten und mediterraner Garten. Die Technik dahinter unter Bewässerung. Wege, Stufen und Mauern unter mallorquinischem Naturstein.

Sprechen wir über Ihren Garten

Ob Neuanlage oder bestehender Garten — wir sehen uns das Grundstück an und sagen Ihnen, was dort mit wie viel Wasser möglich ist. J&P Design, seit 2008 in Santanyí, mitten in der Einheit Migjorn.

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